Früherkennung von Darmkrebs: Neues Testverfahren gilt ab 1. April

(14.03.17) Bei der Darmkrebsfrüherkennung lösen am 1. April 2017 quantitative immunologische Stuhltests (iFOBT) den derzeit verwendeten Guajak-Test (gFOBT) ab. Der GKV-Spitzenverband und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) haben sich kürzlich auf die Vergütung für die Ausgabe und Durchführung des Tests geeinigt.

Immunologische Tests weisen mithilfe von Antikörpern ausschließlich humanes Hämoglobin nach. Sie sind daher weniger störanfällig als der auf einer biochemischen Reaktion basierende Guajak-Test, der zum Beispiel durch bestimmte Medikamente oder Lebensmittel beeinflusst werden kann. Außerdem zeigen immunologische Tests fortgeschrittene Wucherungen und Geschwulste (Adenome) mit einer wesentlich höheren Sensitivität an.

Auswertung der Tests künftig im Labor

Ärzte, die die Früherkennungsuntersuchung auf Darmkrebs anbieten, geben den Stuhltest an die Patienten aus. Ausgewertet werden die Tests künftig allerdings nicht mehr in der Praxis, sondern im Labor.

Der Stuhltest ist Teil des Programms zur Früherkennung von Darmkrebs, das die gesetzlichen Krankenkassen anbieten. Frauen und Männer im Alter zwischen 50 und 55 Jahren können ihn jährlich in Anspruch nehmen. Ab 55 Jahren stehen gesetzlich Versicherten zwei Darmspiegelungen im Abstand von zehn Jahren oder alle zwei Jahre ein Test auf verborgenes Blut im Stuhl zu. Ist der Stuhlbefund positiv, wird das mithilfe einer Darmspiegelung weiter abgeklärt.

Frühzeitig erkannt, sind die Heilungschancen gut

Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebserkrankung in Deutschland. Jedes Jahr diagnostizieren Ärzte mehr als 60.000 neue Fälle. Über 25.000 Menschen sterben an den Folgen eines Darmkarzinoms. Wird die Erkrankung jedoch frühzeitig erkannt, lässt sie sich gut heilen. Vorsorgeuntersuchungen spielen deshalb bei der Bekämpfung von Darmkrebs eine entscheidende Rolle.

Informationen zu den Krebsfrüherkennungsuntersuchungen