Neue Impfempfehlung zu Pneumokokken

STIKO empfiehlt Pneumokokken-Impfung für Senioren

(14.09.16) Die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut (STIKO) hat neue Impfempfehlungen veröffentlicht. Sie betreffen die Pneumokokken-Schutzimpfung für Senioren und gefährdete Risikogruppen. Ziel der Impfung ist es, die Zahl der Pneumokokken-Erkrankungen und Pneumokokken-Pneumonien sowie der daraus resultierenden Folgen wie Hospitalisierung oder Behinderung unter Senioren in Deutschland zu reduzieren.

Für Senioren empfiehlt sich der Polysaccharidimpfstoff

Für alle Menschen ab dem Alter von 60 Jahren empfiehlt die STIKO weiterhin eine alleinige Impfung mit 23-valenten Pneumokokken-Polysaccharidimpfstoff (PPSV23). Zwar ist der seit 2006 für die Impfung der Säuglinge genutzte 13-valente Pneumokokken-Konjugatimpfstoff (PCV13) nun auch für Erwachsenen zugelassen. Jedoch biete der PPSV23 den Vorteil, gegen ein deutlich breiteres Spektrum (nämlich 23 statt 13) der insgesamt über 90 Pneumokokken-Serotypen zu schützen. Außerdem haben sich als Folge der Kinderimpfung die im PCV13 enthaltenen Serotypen durch Herdenschutzeffekte auch unter den Erkrankungsfällen bei Senioren deutlich verringert.

Wiederholungsimpfung nur für Risikogruppen zulassungskonform

Impfkalender
In welchem Lebensalter und gegen welche Infektionskrankheiten nach den Empfehlungen der STIKO geimpft werden soll, zeigt der aktuelle Impfkalender.

Zusätzlich zur einmaligen Impfung hält die STIKO zur Aufrechterhaltung des Impfschutzes Wiederholungsimpfungen mit PPSV23 im Abstand von mindestens sechs Jahren aus medizinisch-epidemiologischer Sicht grundsätzlich für sinnvoll. Allerdings sei dies wegen der eingeschränkten Anwendbarkeit des Impfstoffs für wiederholte Impfungen derzeit nur „bei Personen mit erhöhtem Risiko für schwere Pneumokokken-Erkrankungen“ nach individueller Indikationsstellung zulassungskonform möglich. Die Patienten sollen auf die stärkere Nebenwirkungen der Wiederholungsimpfung im Vergleich zur Erstimpfung, aber auch auf die Nachteile einer unterbleibenden Wiederholungsimpfung, nämlich möglicher Verlust des Impfschutzes, hingewiesen werden.

Eine zusätzliche Impfung mit PCV13 wird für Senioren wegen der sehr geringen Zahl zusätzlich vermeidbarer Fälle und stärkeren Nebenwirkungen nicht als Standardimpfung empfohlen. Dagegen können bestimmte Risikogruppen, vor allem Menschen mit einer Immunschwäche, von einer solchen Impfung profitieren.

Nur 31 Prozent der Senioren geimpft

Bislang sind nur 31 Prozent der Senioren im Alter von 65 bis 79 Jahren gegen Pneumokokken geimpft. Das zeigen die Daten der Deutschen Erwachsenengesundheitsstudie des Robert-Koch-Instituts. Laut STIKO könnte die Pneumokokken-Impfung beim gleichen Impftermin erfolgen wie die nächste Grippeschutzimpfung, die ebenfalls für Ältere und für chronisch Kranke aller Altersstufen empfohlen ist.

Pneumokokken sind Hauptursache für bakterielle Lungenentzündungen

In Europa sind Pneumokokken laut STIKO die Hauptursache für bakterielle Lungenentzündungen. Die Kommission schätzt, dass jedes Jahr mehr als 5.000 Menschen in Deutschland an den Folgen einer Pneumokokken-Erkrankung sterben. Besonders gefährdet sind Kinder unter zwei Jahren, Menschen ab 60 Jahren sowie Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit bestimmten Grundkrankheiten, zum Beispiel mit einer Immunschwäche oder mit chronischen Krankheiten des Herzens oder der Lunge.

Weitere Informationen zu den Schutzimpfungen

Aktuelle Empfehlungen der STIKO