Mammografie-Screening: IQWiG stellt neue Entscheidungshilfe zur Diskussion

(11.03.16) Frauen zwischen 50 und 69 Jahren sollen künftig ein neues Einladungsschreiben samt Entscheidungshilfe zum Mammografie-Screening erhalten. Für beide Dokumente hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) jetzt erneut überarbeitete Entwürfe vorgelegt. Die Materialien enthalten vor allem ausführlichere Informationen zum Begriff der Überdiagnose. Interessierte Personen und Institutionen können bis zum 5. April 2016 ihre Stellungnahme abgeben.

Das Anschreiben wird künftig noch deutlicher getrennt in einen kurzen Einladungstext und organisatorische Hinweise für Frauen, die die Untersuchung wahrnehmen wollen, inklusive Terminvorschlag. Das Merkblatt wurde zur Entscheidungshilfe weiter entwickelt, dabei haben die Autoren insbesondere die Erklärungen zum Begriff der „Überdiagnose“ ausgeweitet. Dieser Informationsbedarf ging aus einem qualitativen Test mit 37 Frauen und sechs Experten hervor, denen das IQWiG die zum Januar 2016 bereits überarbeiteten Materialien zur Prüfung und Kommentierung vorgelegt hatte. 

Individuelle Entscheidungen ermöglichen

Dem Test waren die Überarbeitung des Patientenmaterials – Einladungsschreiben und Merkblatt – durch das IQWiG und ein erster Nutzertest vorausgegangen. Die überarbeitete Version des Merkblatts wird bereits seit Januar 2016 mit den Einladungen zur Mammografie verschickt. Das Merkblatt haben die Wissenschaftler nun um einen Abschnitt erweitert, der die wichtigsten Aussagen zur Mammografie zusammenfasst und Frauen die Möglichkeit gibt, die Bedeutung der Aspekte für sich zu bewerten. Zudem werden Nutzen und Schaden der Mammografie nun für Frauen im Alter von 50 bis 59 und von 60 bis 69 getrennt dargestellt.

Ab April wird das IQWiG die Stellungnahmen zum jetzt veröffentlichten Vorbericht sichten. Die aus der Anhörung resultierenden Fassungen werden dann einem weiteren quantitativen Test mit mindestens 1.000 Teilnehmerinnen unterzogen.

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