GBA schränkt Anwendung der Arthroskopie ein

Foto: Schmerzendes Knie

(03.03.16) Der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) hat die therapeutische Arthroskopie des Kniegelenks bei Gelenkverschleiß (Gonarthrose) aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) gestrichen. Dieser Beschluss wurde nach Nichtbeanstandung durch das Bundesgesundheitsministerium Mitte Februar im Bundesanzeiger veröffentlicht. Künftig kann bei Vorliegen einer Gonarthrose weder die Arthroskopie mit einer Gelenkspülung (Lavage) noch die Entfernung krankhaften oder störenden Gewebes (Debridement) zu Lasten der GKV erbracht werden. Darüber hinaus wurden athroskopische Eingriffe an den Gelenkknorpeln, Menisken und der Gelenkschleimhaut ausgeschlossen, darunter die Entfernung von Verkalkungen am Gelenk, die Mensikusentfernung oder die Glättung des Knorpels. Die Entscheidung tritt am 1. April 2016 in Kraft und gilt sowohl für die stationäre als auch für die ambulante Versorgung.

Weiterhin zugelassen bleibt die Arthroskopie in Fällen, in denen Kniegelenksbeschwerden infolge von Traumatisierung, einer akuten Gelenkblockade oder einer Meniskuserkrankung auftreten, bei der die Gonarthrose nur eine Begleiterkrankung ist. Dabei müssen die Symptome eindeutig im Zusammenhang mit einer dieser Ursachen stehen und durch die Arthroskopie beeinflussbar sein. 

IQWIG fand keinen Nutzen

Hintergrund der Entscheidung ist eine Nutzenbewertung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in Zusammenarbeit mit externen Sachverständigen von der Universität Bern (Schweiz). Die Wissenschaftler hatten 2014 anhand von elf randomisierten kontrollierten Studien die Ergebnisse therapeutischer Arthroskopien untersucht, insgesamt wurden dabei rund 1.200 Männer und Frauen betrachtet. In fünf Studien erhielt die Kontrollgruppe keine aktive Vergleichstherapie. In  weiteren sechs Studien erhielt die Kontrollgruppe eine aktive Vergleichsbehandlung, etwa die Injektion von Glukokortikoiden in das Gelenk, oder ein Training unter physiotherapeutischer Anleitung. Im Ergebnis fand sich hinsichtlich der untersuchten patientenrelevanten Endpunkte kein Hinweis auf einen Nutzen der therapeutischen Arthroskopie.

Die Gonarthrose ist eine chronische Erkrankung, die durch fortschreitende Gelenkbeschwerden gekennzeichnet ist. Sie ist verbunden mit Veränderungen an der Gelenkstruktur, Schmerzen und verminderter Beweglichkeit. Arthrose zählt in Deutschland zu den häufigen chronischen Gesundheitsproblemen. Rund 17 Prozent aller Männer und 27 Prozent aller Frauen erkranken daran im Lauf ihres Lebens, vorwiegend betroffen sind die Hüft- und Kniegelenke.