Empfehlungen zur Diagnostik von Zika-Virus-Infektionen

(02.03.16) Für Personen ohne Vorerkrankungen verläuft eine Infektion mit dem Zika-Virus in den meisten Fällen ohne Komplikationen. Die Erkrankung dauert meist 3-7 Tage und heilt in der Regel von allein aus. Eine große Zahl von Infektionen bleibt völlig unbemerkt, weil die Symptome nur sehr schwach auftreten. Trotzdem ist die Verunsicherung groß, seit die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Anfang Februar 2016 den globalen Gesundheitsnotstand wegen der Ausbreitung des Zika-Virus ausgerufen hat.

 

Zika in einer Minute
Die wichtigsten Fakten zum Zika-Virus auf einen Blick

Es gibt Hinweise, dass eine Infektion mit dem Zika-Virus während der Schwangerschaft beim ungeborenen Kind zu Fehlbildungen des Gehirns (pränatale Mikrozephalie) führen könnte. Auch für Personen mit schweren Vorerkrankungen kann eine Infektion mit dem Zika-Virus, das vor allem durch Stechmücken übertragen wird, gefährlich werden.

Diagnostisches Vorgehen

Angesichts der unspezifischen Symptomatik von Zika-Virus-Infektionen wie Fieber, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Hautausschlag oder Bindehautentzündung stellt sich für behandelnde Ärzte die Frage, wann eine Labordiagnostik sinnvoll ist. Das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin hat daher im Februar 2016 eine Empfehlung zum diagnostischen Vorgehen bei Verdacht auf eine Zika-Virus-Infektion herausgegeben: 

Patienten, die mit Symptomen - insbesondere Fieber -  aus tropischen Regionen zurückkehren, sollten sich tropenmedizinisch untersuchen lassen. Zunächst sollte vor allem eine Malaria-Infektion ausgeschlossen werden. Eine Laboruntersuchung auf eine Zika-Virus-Infektion ist laut Bernhard-Nocht-Institut bei allen Reiserückkehrern aus Epidemie- und Endemiegebieten sinnvoll, die innerhalb von drei Wochen die typischen Symptome entwickeln.

Bei schwangeren Reiserückkehrerinnen ist eine serologische Untersuchung mit IgM- und IgG-Nachweis auch dann sinnvoll, wenn sie nicht erkrankt sind. Das Gleiche gilt für Rückkehrer mit schwangerer Partnerin, da eine sexuelle Übertragung möglich zu sein scheint. Frauen, die sich nicht sicher sind, ob sie schwanger sein könnten, sollten einen Schwangerschaftstest durchführen. Bei positivem Testergebnis sollten Schwangere sich an ihren Frauenarzt wenden, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

Bei allen anderen symptomfreien Reiserückkehrern aus Endemiegebieten ist ein Test im Hinblick auf eine Zika-Virus-Infektion nicht notwendig.

Zum detaillierten Vorgehen hat das Bernhard-Nocht-Institut einen diagnostischen Algorithmus veröffentlicht:

Empfehlungsschema Zika-diagnostik De 01

Quelle: Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (Stand: 20.02.16)

 

Vorsorge-Maßnahmen

Da es zur Zeit weder eine Impfung noch Medikamente für eine gezielte Behandlung der Zika-Virus-Infektion gibt, gilt für Schwangere die Empfehlung, auf Reisen in Infektionsgebiete zu verzichten. Lässt sich eine Reise in betroffene Regionen nicht vermeiden, sollten werdende Mütter sich vor der Reise von einem Tropen- oder Reisemediziner beraten lassen, der die Situation vor Ort einschätzen kann. Auch sollten sie vor Ort auf konsequenten Schutz vor Mückenstichen achten.

Für Menschen und insbesondere Schwangere in Deutschland stellt das Virus in der Regel keine Gefahr dar. Ausnahmen sind Schwangere, deren Sexualpartner in Regionen unterwegs waren, die von der Verbreitung des Zika-Virus betroffen sind. Da eine sexuelle Übertragung des Virus nicht ausgeschlossen werden kann, empfehlen das Auswärtige Amt und die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin daher nach einem Aufenthalt in den Ausbruchsgebieten den Kondombgebrauch für einen Zeitraum von sechs Monaten. Dies gilt besonders bei Sexualverkehr mit Schwangeren und Frauen, die schwanger werden können.

Weitere Informationen

 

Stand der Informationen: 02.03.16