Pragmatischer Umgang mit Telemedizin

(06.08.15) Fast jeder zweite Deutsche (48 Prozent) fürchtet sich davor, im Alter ein Pflegefall zu werden. Dabei kann sich mehr als jeder dritte Bundesbürger eine sinnvolle Nutzung bestimmter telemedizinischer Anwendungen vorstellen. Diese Zahlen ermittelten das Allensbacher Institut für Demoskopie und das Centrum für Strategie und höhere Führung im Auftrag der Telekom. Das individuelle Pflegerisiko steht im Sicherheitsreport 2015 auf der Liste der Lebensängste ganz oben, gefolgt von Altersarmut (43 Prozent) und gefährlichen Krankheiten wie Krebs (41 Prozent). Gegenüber technischen Entwicklungen wie dem „Internet 4.0“ oder dem „Internet der Dinge“ zeigen sich die Deutschen moderat aufgeschlossen. Die Kontrolle von Körperfunktionen mithilfe digitaler Armbänder, die Daten wie Herzfrequenz oder Blutdruck an den Arzt übermitteln, halten 38 Prozent der Bundesbürger für sinnvoll. In der Gruppe der über 60-Jährigen sind es sogar 57 Prozent. Immerhin 30 Prozent der Bundesbürger erkennen einen möglichen Nutzen in intelligenter Kleidung, die Stürze registriert und automatisch eine Kontaktperson informiert. In der Generation 60plus sind es 44 Prozent. 

Persönlicher Nutzen zählt

Das Vertrauen in die Datensicherheit ist dabei offenbar gegeben. Nur eine Minderheit der Deutschen fürchtet, dass die aufgezeichneten Daten in falsche Hände geraten könnten, oder hegen grundsätzliche Vorbehalte gegen die Aufzeichnung von Gesundheitswerten. Das Beispiel der Vitaldatenmessung zeigt: Wer an dieser Anwendung Interesse hat, stellt die Vorteile in den Vordergrund. 76 Prozent verbinden mit der automatischen Messung und Übertragung von Gesundheitsdaten das Vertrauen, dass der Arzt in kritischen Momenten informiert ist. 54 Prozent finden gut, dass der Arzt „immer alle wichtigen Informationen hat“. Die Gegner der automatischen Übermittlung von Gesundheitsdaten betonen dagegen den Wunsch nach Selbstbestimmung. Sie möchten mehrheitlich (53 Prozent) selbst entscheiden, wann ihr Arzt informiert wird.

Für den aktuellen Sicherheitsreport führte das Institut für Demoskopie Allensbach von Anfang bis Mitte Juni 2015 knapp 1.400 Interviews. Die Befragten repräsentieren den Querschnitt der Bevölkerung ab 16 Jahre.