Der Innovationsfonds

Der Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) fördert mit dem Innovationsfonds neue Versorgungsformen und versorgungsbezogene Forschungsprojekte innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung. Das Programm soll insbesondere zur Verbesserung der sektorübergreifenden Versorgung in Deutschland beitragen.

Die Fördermittel des Jahres 2016 sind vergeben. Im Bereich der neuen Versorgungsformen hat der Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) aus knapp 300 Bewerbungen 29 Projekte ausgewählt, die zusammen 225 Millionen Euro erhalten. Die Bekanntgabe der geförderten Projekte zur Versorgungsforschung folgt im Januar 2017. Hier werden noch einmal 75 Millionen Euro auf 62 Vorhaben verteilt. Im Bereich neuer Versorgungsformen hat der Ausschuss Vorhaben ausgewählt, die sich für strukturschwache Gebiete, für die Sicherheit von Arzneimitteltherapien, den Einsatz von Telematik in der Medizin oder auch für besondere Patientengruppen engagieren. 

Geförderte Projekte

Verschoben hat des Gremium die Auswahl von Projekten zu den neuen Versorgungsformen der zweiten Förderbekanntmachung vom 11. Mai des Jahres mit Abgabetermin 19. Juli 2016. Die entsprechenden Beschlüsse sind nun für Anfang 2017 geplant. Ebenfalls Anfang 2017 ist eine weitere themenoffene Ausschreibung geplant, gefolgt von einer themenspezifischen Auschreibung in der zweiten Jahreshälfte. 

Thematische Schwerpunkte und Kriterien der Förderung

Mit der ersten Förderwelle wurden insbesondere Projekte gefördert, die eine Verbesserung der sektorenübergreifenden Versorgung aufweisen. Darüber hinaus konnten sich Initiativen bewerben, die - idealerweise auf der Basis selektivvertraglicher Vereinbarungen - auf eine dauerhafte Weiterentwicklung der selektivvertraglichen Versorgung abzielen. Für die nächste Förderwelle werden sich sowohl die Schwerpunkte als auch die Kriterien der Förderung ändern.

  • Förderschwerpunkte im Bereich neuer Versorgungsformen (2016)

    • Versorgungsmodelle für ländliche oder strukturschwache Gebiete
    • Modellprojekte zur Arzneimitteltherapie beziehungsweise -sicherheit
    • Projekte im Bereich Telemedizin, Telematik, E-Health
    • Versorgungsmodelle für spezielle Patientengruppen (Ältere, psychisch Kranke, Pflegebedürftige, Kinder und Jugendliche, Patienten mit seltenen Erkrankungen)
  • Förderkriterien (2016)

    • Fördert das Projekt die Versorgungsqualität und -effizienz?
    • Trägt es zur Behebung von Versorgungsdefiziten bei?
    • Inwiefern verbessert es die Zusammenarbeit innerhalb verschiedener Versorgungsbereiche, -einrichtungen und Berufsgruppen?
    • Handelt es sich um ein fachübergreifendes, interdisziplinäres Versorgungsmodell?
    • Wie ist das Konzept auf andere Regionen beziehungsweise Indikationen übertragbar?
  • Förderschwerpunkte im Bereich Versorgungsforschung (2016)

    • Vorhaben im Bereich der Qualitätssicherung und Patientensicherheit
    • Entwicklung von Instrumenten zur Messung und Verbesserung der Lebensqualität bestimmter Patientengruppen
    • Innovative Konzepte patientenorientierter Pflege
    • Projekte zur Verbesserung der Bedarfsgerechtigkeit und Wirtschaftlichkeit der GKV
    • Wirkung administrativer und bürokratischer Anforderungen auf die Versorgung
    • Nutzung und Verknüpfung von Routinedaten

  • Förderkriterien

    Forschungsprojekte sollen eine Relevanz für die Versorgungsqualität und -effizienz aufweisen. Wissenschaftliche Qualität der Methoden und Qualifikation der Antragsteller fließen in die Bewertung ein, ebenso das Verwertungspotenzial.
  • Themenschwerpunkte der zweiten Förderwelle (2016)

    • Modelle mit Delegation und Substitution von Leistungen
    • Auf- und Ausbau der geriatrischen Versorgung
    • Verbesserung der Kommunikation von Patientinnen und Patienten sowie Förderung der Gesundheitskompetenz
    • Versorgungsmodelle für Menschen mit Behinderungen

Besonderes Augenmerkt liegt in der zweiten Förderwelle auf Projekten, die auf eine effizientere Versorgung von Menschen mit Migrationshintergrund zielen. Sowohl im Bereich der Versorgung als auch der Forschung können darüber hinaus Projekte zu anderen Themen gefördert werden, sofern sie den Förderkriterien entsprechen.

Bewerben können sich geschäftsfähige Personen und Personengesellschaften – idealerweise unter Beteiligung einer Krankenkasse. Die Förderanträge zu neuen Versorgungsformen und zur Versorgungsforschung stehen auf den Webseiten des Innovationsausschusses zum Herunterladen bereit. 

Broschüre "Der Innovationsfonds im Überblick"

FAQ: Häufige Fragen zum Antragsverfahren

Zum Hintergrund

Der Innovationsfonds enthält für die Jahre 2016 bis 2019 jeweils bis zu 300 Millionen Euro jährlich, insgesamt also maximal 1,2 Milliarden Euro an Fördergeldern. Ab 2016 sollen jährlich bis zu 225 Millionen Euro an Modelle für neue Versorgungsformen ausgeschüttet werden, 75 Millionen Euro können in die Forschung fließen. Für das Förderverfahren ist der beim Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) angesiedelte Innovationsausschuss zuständig; bei der Begutachtung wird das Gremium durch einen Expertenbeirat unterstützt. Die Finanzmittel für den Fonds werden von den gesetzlichen Krankenkassen und aus dem Gesundheitsfonds getragen, die Verwaltung der Mittel liegt beim Bundesversicherungsamt.

Die Auflage eines Innovationsfonds zur Förderung innovativer sektorenübergreifender Versorgungsformen und der Versorgungsforschung war bereits in der Koalitionsvereinbarung der Regierung Ende 2013 angekündigt worden. Die Umsetzung erfolgte mit dem GKV-Versorgungsstärkungsgesetz. Die wesentlichen Regelungen finden sich in den Paragrafen 92 a und 92b SGB V.