Der Innovationsfonds

Der Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) fördert mit dem Innovationsfonds neue Versorgungsformen und versorgungsbezogene Forschungsprojekte innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung. Das Programm soll insbesondere zur Verbesserung der sektorenübergreifenden Versorgung in Deutschland beitragen.

Der Innovationausschuss beim GBA hat Anfang November erneut über Förderprojekte im Bereich der Versorgungsforschung entschieden. 54 von insgesamt 164 Förderanträgen erhalten zusammen 69,4 Millionen Euro aus den Mitteln des laufenden Jahres. Dabei hat das Gremium für einige der Vorhaben inhaltliche Auflagen oder eine Begrenzung der maximalen Förderung beschlossen. Die Antragsteller müssen nun prüfen, ob die Finanzierung unter den gegebenen Umständen gesichert ist. Im Bereich neue Versorgungsformen hatte der Innovationausschuss 69 Bewerbungen erhalten – 26 davon wurden Ende Oktober 2017 ausgewählt. Damit sind alle Förderentscheidungen für das Jahr 2017 getroffen. 

Die aktuellen Entscheidungen bezieht sich auf die erste Förderwelle des Jahres 2017, in der sich Initiatoren neuer Versorgungsformen und Vorhaben der Versorgungsforschung im Rahmen zweier themenoffenen Ausschreibungen bewerben konnten. Die Ausschreibung richtete sich an Projekte, die sich in der Weiterentwicklung der sektorenübergreifenden Versorgung (Versorgungsformen) oder in der Weiterentwicklung der bestehenden Versorgung innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung (Versorgungsforschung) engagieren.

Informationen zu den geförderten Projekten

Neue Förderwelle gestartet

Gleichzeitig veröffentlichte das Gremium weitere Ausschreibungen: Bis zum 20. März 2018 können sich im Rahmen einer neuen themenspezifischen Förderbekanntmachung Initiativen bewerben, die sich für folgende Versorgungsformen engagieren:

  • Sozialleistungsträgerübergreifende Versorgungsmodelle
  • Krankheitsübergreifende Versorgungsmodelle
  • Versorgungsmodelle für spezifische Krankheiten/Krankheitsgruppen
  • Versorgungsmodelle für vulnerable Gruppen
  • Versorgungsmodelle mit übergreifender und messbarer Ergebnis- und Prozessverantwortung
  • Modelle zur Weiterentwicklung von Versorgungsstrukturen und -prozessen

Die gleichzeitige Bekanntmachung im Bereich der Versorgungsforschung nimmt folgende Themen ins Visier:

  • Besondere Versorgungssituationen
  • Entwicklung von Versorgungsstrukturen und -konzepten
  • Patientensicherheit, Qualitätssicherung und -förderung
  • Messung der Ergebnisqualität

Eine weitere Ausschreibung richtet sich an Projekte zur Evaluation und Auswertung von Selektivverträgen und zur Evaluation der GBA-Richtlinie zur Früherkennungsuntersuchung auf Hautkrebs. Die Einreichungsfrist endet für die beiden Bekanntmachungen im Forschungsbereich am 20. Februar 2018.

Bewerben können sich geschäftsfähige Personen und Personengesellschaften – idealerweise unter Beteiligung einer Krankenkasse. Die Förderanträge stehen auf den Webseiten des Innovationsausschusses zum Herunterladen bereit. 

Hintergrund

Der Innovationsfonds enthält für die Jahre 2016 bis 2019 jeweils bis zu 300 Millionen Euro jährlich, insgesamt also maximal 1,2 Milliarden Euro an Fördergeldern. Ab 2016 sollen jährlich bis zu 225 Millionen Euro an Modelle für neue Versorgungsformen ausgeschüttet werden, 75 Millionen Euro können in die Forschung fließen. Für das Förderverfahren ist der beim Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) angesiedelte Innovationsausschuss zuständig; bei der Begutachtung wird das Gremium durch einen Expertenbeirat unterstützt. Die Finanzmittel für den Fonds werden von den gesetzlichen Krankenkassen und aus dem Gesundheitsfonds getragen, die Verwaltung der Mittel liegt beim Bundesversicherungsamt.

Die Auflage eines Innovationsfonds zur Förderung innovativer sektorenübergreifender Versorgungsformen und der Versorgungsforschung war bereits in der Koalitionsvereinbarung der Regierung Ende 2013 angekündigt worden. Die Umsetzung erfolgte mit dem GKV-Versorgungsstärkungsgesetz. Die wesentlichen Regelungen finden sich in den Paragrafen 92 a und 92b SGB V.

Broschüre "Der Innovationsfonds im Überblick"

FAQ: Häufige Fragen zum Antragsverfahren