Der Innovationsfonds

Der Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) fördert mit dem Innovationsfonds neue Versorgungsformen und versorgungsbezogene Forschungsprojekte innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung. Das Programm soll insbesondere zur Verbesserung der sektorenübergreifenden Versorgung in Deutschland beitragen.

Der Ausschuss hat Mitte März 2017 über die zweite Ausschreibungswelle im Bereich der neuen Versorgungsformen entschieden: 26 von 107 Anträgen wurden ausgewählt, darunter jeweils vier Initiativen aus den Themenfeldern "Modelle mit Delegation und Substitution von Leistungen", "Auf- und Ausbau der geriatrischen Versorgung" und "Versorgungsmodelle für Menschen mit Behinderung". Neun ausgewählte Projekte drehen sich um die Verbesserung der Kommunikation mit Patientinnen und Patienten und Förderung der Gesundheitskompetenz; fünf stammen aus dem themenoffenen Bereich. An zehn der ausgewählten Projekte ist die AOK beteiligt; der Schwerpunkt liegt hierbei im Bereich der geriatrischen Versorgung.

Übersicht der bisher geförderten Projekte

Für drei weitere Förderbekanntmachungen läuft derzeit noch die Bewerbungsfrist. Im Rahmen der ersten Förderwelle des Jahres 2017 können sich Initiatoren neuer Versorgungsformen und Vorhaben der Versorgungsforschung im Rahmen zweier themenoffenen Ausschreibungen bewerben. Hierbei sollen Projekte berücksichtigt werden, die sich in der Weiterentwicklung der sektorenübergreifenden Versorgung (Versorgungsformen) oder in der Weiterentwicklung der bestehenden Versorgung innerhalb der GKV (Versorgungsforschung) engagieren. Die themenoffene Ausschreibung richtet sich an Initiativen mit hoher Relevanz für die Versorgung, die in den bisherigen Förderschwerpunkten nicht einzuordnen waren.

Eine dritte Ausschreibung richtet sich an Projekte zur Evaluation und Auswertung von Selektivverträgen. Bei diesen Vorhaben soll es um die Bewertung der Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität der untersuchten Versorgungsmodelle gehen, um eine gesundheitsökonomische Bewertung sowie die Übertragbarkeit der selektivvertraglich vereinbarten Leistungen in die Regelversorgung. Gefördert werden ausschließlich Vorhaben, die sich mit Verträgen auf Basis der Paragrafen 73c und 140a SGB V in der Fassung vom 22. Juli 2015 befassen.

Für alle Ausschreibungen gilt dasselbe Abgabedatum: Die Unterlagen müssen spätestens bis zum 23. Mai 2017, 12 Uhr in elektronischer Form beim Projektträger DLR vorliegen.

Bewerben können sich geschäftsfähige Personen und Personengesellschaften – idealerweise unter Beteiligung einer Krankenkasse. Die Förderanträge zu neuen Versorgungsformen und zur Versorgungsforschung stehen auf den Webseiten des Innovationsausschusses zum Herunterladen bereit. 

Hintergrund

Der Innovationsfonds enthält für die Jahre 2016 bis 2019 jeweils bis zu 300 Millionen Euro jährlich, insgesamt also maximal 1,2 Milliarden Euro an Fördergeldern. Ab 2016 sollen jährlich bis zu 225 Millionen Euro an Modelle für neue Versorgungsformen ausgeschüttet werden, 75 Millionen Euro können in die Forschung fließen. Für das Förderverfahren ist der beim Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) angesiedelte Innovationsausschuss zuständig; bei der Begutachtung wird das Gremium durch einen Expertenbeirat unterstützt. Die Finanzmittel für den Fonds werden von den gesetzlichen Krankenkassen und aus dem Gesundheitsfonds getragen, die Verwaltung der Mittel liegt beim Bundesversicherungsamt.

Die Auflage eines Innovationsfonds zur Förderung innovativer sektorenübergreifender Versorgungsformen und der Versorgungsforschung war bereits in der Koalitionsvereinbarung der Regierung Ende 2013 angekündigt worden. Die Umsetzung erfolgte mit dem GKV-Versorgungsstärkungsgesetz. Die wesentlichen Regelungen finden sich in den Paragrafen 92 a und 92b SGB V.

Broschüre "Der Innovationsfonds im Überblick"

FAQ: Häufige Fragen zum Antragsverfahren