Soziotherapie-Richtlinie neu gefasst

Ärzte haben künftig mehr Möglichkeiten, schwer psychisch kranken Menschen eine Soziotherapie zu verordnen. Der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) hat mit der Neufassung der Soziotherapie-Richtlinie das Spektrum der Diagnosen und Fähigkeitsstörungen erweitert, bei denen eine solche Behandlung in Betracht kommt. Darüber hinaus hat er die Zahl der zulässigen Therapieeinheiten zur Motivierung der Patienten von drei auf maximal fünf erhöht. Der Beschluss wurde jetzt im Bundesanzeiger veröffentlicht und ist am 15. April 2015 in Kraft getreten.

"Der GBA reagiert mit der inhaltlichen Weiterentwicklung der Richtlinie auf die bisherigen Schwierigkeiten, Patienten mit Soziotherapie zu erreichen und diese Behandlungsmöglichkeit in der gesetzlichen Krankenversicherung anzubieten", sagte der unparteiische Vorsitzende des GBA Josef Hecken.

Die Richtlinie sieht außerdem eine Berichtspflicht der soziotherapeutischen Leistungserbringer gegenüber dem verordnenden Arzt vor. Eine weitere Neuerung ist, dass in Zukunft auch psychiatrische Institutsambulanzen beziehungsweise deren Fachärztinnen und Fachärzte Soziotherapie verordnen können.

Der GBA hat den Beschluss zur Neufassung der Soziotherapie-Richtlinie dem Bundesgesundheitsministerium (BMG) zur Prüfung vorgelegt. Sie tritt nach erfolgter Zustimmung des BMG und Bekanntmachung im Bundesanzeiger in Kraft.

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