Teilnahme am AOK-Arztnavigator jetzt auch mit Papier-Fragebogen möglich

AOK und Weisse Liste erweitern die Zugangswege für das Online-Portal

In Thüringen und in Kürze auch in Berlin können AOK-Versicherte ihre Erfahrungen beim Arztbesuch jetzt auch über einen schriftlichen Fragenbogen mitteilen. Damit erweitert die AOK den Zugang zum Arztnavigator auf Basis der Weissen Liste, der bisher nur über die Internetseite www.aok-arztnavi.de möglich war.

"Wir wollen dadurch auch Patienten, die nicht über einen Internetanschluss verfügen, die Teilnahme ermöglichen. Der Fragebogen ist Teil der Pilotphase, in der wir unterschiedliche Verfahren testen", erläutert Jürgen Graalmann, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes. Ärzte und Praxisteams könnten bei der AOK Materialien anfordern, um ihre Patienten auf die Online-Befragung aufmerksam zu machen.

Kontaktdaten für die Bestellung von Informationsmaterialien

Ärzte und Praxisteams erhalten über den Arztnavigator auf Basis der Weissen Liste eine faire, seriöse und methodisch fundierte Rückmeldung, die in dieser hohen Qualität keines der bisher existierenden Bewertungsportale bietet. Sie können die Ergebnisse sowohl für das interne Qualitätsmanagement als auch für eine positive Außendarstellung nutzen. Voraussetzung ist allerdings, dass eine ausreichende Zahl von Bewertungen für die einzelne Praxis vorliegt.

Ärzte und Praxisteams, die ihre Patienten aktiv auf die Befragung aufmerksam machen, erhalten Infoflyer zum Arztnavigator über die Arztberater der beteiligten AOKs in Berlin, Hamburg und Thüringen oder können sie über folgende Servicenummern anfordern:

Berlin: 0331 - 2772-25000
Hamburg: 040 - 2023-43 00
Thüringen: 01802 - 471000

Die Ergebnisse der schriftlichen Befragung fließen genau wie die Online-Ergebnisse in das Ergebnisportal ein. Es wird unter www.aok-arztnavi.de und www.weisse-liste.de veröffentlicht, sobald eine aussagekräftige Anzahl von Beurteilungen vorliegt. Initiatoren des Projekts sind die AOK und die Weisse Liste, ein Projekt der Bertelsmann Stiftung und der Dachverbände der größten Patienten- und Verbraucherorganisationen.

Bereits seit Anfang Juni können alle AOK-Versicherten in den drei Pilotregionen Berlin, Hamburg und Thüringen per Internet zu ihren Erfahrungen Auskunft geben, die sie beim Arztbesuch gemacht haben. Der Fragebogen, den AOK-Versicherte jetzt auch in Papierform erhalten, besteht aus 33 Fragen. Er deckt alle Leistungsbereiche innerhalb einer Arztpraxis ab, mit denen ein Patient in Berührung kommt und die er selbst beurteilen kann: Praxispersonal, Räumlichkeiten, Praxisorganisation, medizinische Geräteausstattung, Kommunikation mit dem Arzt und die eigentliche Behandlung. Abschließend wird gefragt, ob der Patient den Arzt weiterempfehlen würde. Freitextfelder zur Eingabe von Kommentaren sind nicht vorgesehen, um Diffamierungen und Schmähkritik auszuschließen.

Für den Einsatz des Papier-Fragebogens gelten die gleichen Standards wie für die Online-Befragung. So werden beispielsweise Mehrfachbeurteilungen eines Arztes und gezielte Manipulationen ausgeschlossen. Die Ärzte haben nach der Veröffentlichung des Ergebnisportals die Möglichkeit, ihre Ergebnisse zu kommentieren oder sperren zu lassen.

Bei dem Projekt handelt es sich um eine Forschungs- und Entwicklungskooperation der AOK und des Projekts Weisse Liste. "Es ist jedoch vorgesehen, dass sich weitere Krankenkassen an dem Projekt beteiligen können, um das Portal auf eine breite Basis zu stellen und einen neuen Standard für die Online-Arztbewertung zu schaffen", betont Jürgen Graalmann. So peilt die Barmer GEK eine Beteiligung an dem Projekt im Laufe des Jahres 2011 an. "Gemeinsam wollen die Partner das Portal weiterentwickeln – zum Beispiel durch die Entwicklung spezieller Fragebögen für Zahnärzte und Psychotherapeuten, die derzeit noch nicht bewertet werden können", so Graalmann.