Warnhinweise für Schmerzmittel kommen

Tabletten Symbolbild (c) Kenishirotie - iStockphoto

(21.06.18) Frei verkäufliche Analgetika tragen zukünftig einen deutlich sichtbaren Warnhinweis. Die Hersteller müssen auf der Verpackung über die Gefahr eines langfristigen Gebrauchs informieren. Dies sieht die Analgetika-Warnhinweis-Verordnung vor (AnalgetikaWarnHV). Der Bundesrat hat ihr vor Kurzem zugestimmt. Sie tritt nach der Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt in Kraft.

Das Bundesgesundheitsministerium will mit der Verordnung die unerwünschten Arzneimittelwirkungen, die bei einer langfristigen Anwendung verursacht werden können, von sogenannten Over-The-Counter-Schmerzmitteln (OTC) verringern. Betroffen sind OTC-Medikamente mit den Wirkstoffen Acetylsalicylsäure, Diclofenac, Ibuprofen, Naproxen, Paracetamol, Phenazon und Propyphenazon. Diese freiverkäuflichen Mittel werden zur Behandlung leichter bis mäßig starker Schmerzen oder von Fieber eingesetzt. Sie können mit vor allem bei langfristiger Anwendung teils schwere unerwünschte Wirkungen wie Magen-Darm-Blutungen, Schlaganfälle oder Leber- und Nierenschäden verursachen.

Jährlich 91 Millionen Packungen Analgetika verkauft

Spätestens nach einer Übergangsfrist von zwei Jahren müssen Fertigarzneimittelprodukte folgenden Hinweis tragen: "Bei Schmerzen oder Fieber ohne ärztlichen Rat nicht länger anwenden als in der Packungsbeilage vorgegeben!". Bei in Apotheken hergestellten Medikamenten, sogenannten Rezeptur- oder Defekturarzneimittel, ist eine Frist von zwölf Monaten vorgesehen. Dann lesen Patienten: "Bei Schmerzen oder Fieber ohne ärztlichen Rat nicht länger anwenden als vom Apotheker oder von der Apothekerin empfohlen!"

Nach Angaben der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) wurden im Jahr 2017 insgesamt 91 Millionen Packungen OTC-Analgetika verkauft. Ohne ärztlichen Rat dürfen sie in der Regel nur drei oder vier Tage verwendet werden.

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